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Posamentenfirmen der Stadt Schlettau

Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickelte sich in Schlettau die sogenannte Bortenwirkerei, aus der später die Posamentiererinnung hervorging. Aus diesen Handwerksbetrieben entwickelte sich die Posamentenindustrie, die in Schlettau Anfang des 20. Jahrhunderts ihre größte Entfaltung hatte.

1928 sind im Schlettauer Adressbuch 60 Posamentiermeister und 25 Posamentenfabriken aufgeführt, die mitunter mehr als 5 Posamentiermeister beschäftigten. Zu dieser Zeit bildete die Posamentenindustrie den Hauptindustriezweig der Stadt Schlettau. Mit der Entwicklung der Posamentenindustrie entstanden in Schlettau Färbereien und Zwirnereien, welche durch Bearbeitung des Rohmaterials die Produktion in den Posamentenbetrieben gewährleisteten.

An dieser Stelle sollen die wichtigsten Posamentenfirmen der Stadt Schlettau benannt werden:

Färbereien:

In den Jahren 1880 bis ca. 1920 wurden in den Kleinunternehmen Karl Weißbach, Kurt Süß, Oskar Seltmann und Richard Liebscht Perltaschen gefertigt.

1953 wurde die Produktionsgenossenschaft Posamenten (Proposa) gegründet. Einer der Gründungsmitglieder war Herr Kurt Süß. Heute ist er das älteste Mitglied des 1998 gegründeten "Erzgebirgischen Posamentiererverein e. V." und hat in ungezählten Stunden den Perlwebstuhl, welcher in der Posamentenschauwerkstatt zu sehen ist, den vermutlich einzig arbeitenden Perlwebstuhl Europas, funktionstüchtig gemacht.

Die Firmen oder Genossenschaften blieben bis 1972 privat bzw. halbstaatlich. Ab 1972 wurde die Verstaatlichung aller Industriebetriebe durchgesetzt und diese wurden dann an große Betriebe angegliedert. Die Posamentenfirmen der Stadt Schlettau wurden alle dem VEB OPEW Annaberg-Buchholz zugeordnet. Die Färbereien wurden geschlossen. Die Produktionsprofile wurden bereichsweise auf Kissen-, Fransen-, und Besatzherstellung spezialisiert.

Mit der Wende wurden die Produktionsbereiche des VEB OPEW in Schlettau geschlossen. So wurden bis 1992 alle diese Posamentenbereiche liquidiert, in denen ca. 280 Personen, vornehmlich Frauen, beschäftigt waren.

Heute existiert wieder die Fa. Oskar Angermann als kleines Familienunternehmen, welche Borten, Schnuren, Fransen, Quasten, und andere Posamenten herstellt.

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